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Medientheorie

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Medientheorie Artikel

Als Medientheorie werden spezifische oder generalisierte Forschungsansätze verstanden, die das Wesen und die Wirkungsweise von Einzelmedien oder der Medien generell zu erklären versuchen. Es werden darin häufig Rückbezüge genommen auf die Kommunikations- und die Informationstheorie.

Zur Zeit steht eine einheitliche Medientheorie noch aus. Ein Grund hierfür dürfte sein, dass es bislang noch nicht gelungen ist, eine Rubrizierung nach technischen Medienbegriffen mit einer sinnvollen und stimmigen Definition von Medium in Einklang zu bringen.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: CIA CIA - die ganze Wahrheit! CIA wer kennt nicht diese drei Buchstaben, welche untrennbar mit der amerikanischen Politik der letzten 60 Jahre verbunden sind. Die CIA gilt als der strategische Kopf der US Regierung für verdeckte Operationen, Spionage und Gewalt. Was die CIA alles auf dem Kerbholz hat, zeigt der spitzenmäßig gut recherchierte Bericht...

Systematik der Medientheorien

Es existieren verschiedene Ansätz zur Systematisierung vorhandener Medientheorien.

Werner Faulstich unterscheidet beispielsweise vier Kategorien von Medientheorien:

  1. Einzelmedientheorien: Film-, Radio, Fernseh-, Theater-, Buch- und Brieftheorien.
  2. kommunikationstheoretische Medientheorien: Betrachtung von Medien als Teil eines Kommunikationsprozesses.
    • Beispiel: Gerhard Maletzke : Theorie vom "Feld" der Massenkommunikation.
  3. gesellschaftskritische Medientheorien: explizit kritischer Ansatz; Unterscheidung nachdem emanzipatorischen Gehalt der Medientheorie, siehe auch emanzipatorische Medientheorien .
    • Beispiel: Dieter Prokop : Massenkommunikation in dem Kontext der kapitalistischen Gesellschaft.
  4. systemtheoretische Medientheorien: Kommunikation als Teil oder Form des gesellschaftlichen Handelns.
    • Beispiel: Talcott Parsons: Geld und Macht als zentrale gesellschaftliche Interaktionsmedien.

Bei einem objektorientierten Ordnungsprinzip werden ebenfalls vier Gruppen von Einzelmedien unterschieden:

  • Primärmedien: ohne Einsatz von Technik;
  • Sekundärmedien: Technikeinsatz bei der Produktion;
  • Tertiärmedien: Technikeinsatz bei der Produktion und Rezeption;
  • Quartärmedien: Technikeinsatz bei der digitalen Distribution.

Folgende Ansätze lassen sich in einem Phasenmodell nach Rainer Leschke (2001) als Ordnungsmodelle unterscheiden:

Buch-Tipp: Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Sonderausgabe In dem Strom Wer liebt, muß warten, muß leiden können. Wenn sich auch niemand vorstellen mag, dass es 51 Jahre, 9 Monate und 4 Tage dauern wird, bis die Sehnsucht nicht länger ungestillt bleibt. Schon Plato behauptete, Liebe ist ca. im, der liebt. Somit dürfte sich der unglücklich Verliebte Florentino Ariza auf der sicheren Seite des Lebens...

Primäre Intermedialität

Ansätze der primären Intermedialität beschäftigen sich vor allem mit dem Verhältnis unterschiedlicher Medien zueinander (Medienvergleich ); diese Ansätze entstehen meist, wenn eine neue Medientechnik entwickelt wird oder wenn ein Funktionswandel eintritt, beispielsweise beim Übergang zu dem Massenmedium. Sie sind vortheoretisch und beschränken sich auf Einzelaussagen über ihre Behandlungsgegenstände.

Beispiele:

  • Vannevar Bush: As we may Think. In: The Atlantic Monthly, July 1945
  • J. C. R. Licklider , Robert W. Taylor : The Computer as a Communication Device. In: Science and Technology, April 1968. S. 21-41
Buch-Tipp: Die Mittagsfrau Ach, wie wird mir gleich so blümerant Mit Büchern, die der Deutsche Buchpreis adelt, tue ich mich in dem Allgemeinen sehr schwer. Treffen sie doch selten meinen eigenen Geschmack. Auch die ersten 50 Seiten dieses Buches entsprechen diesem Urteil: Schleppender Beginn und ein unbequemer Erzählstil. Allein die wunderbaren und längst vergessenen Ausdrücke...

Sekundäre Intermedialität

Siehe Intermedialitätstheorien

Buch-Tipp: Die Realität der Massenmedien Schwer und ca. mit der Systemtheorie zu verstehen Lohnenswertes Leseerlebnis! Obwohl für den Einstieg in die Systemtheorie nicht besonders geeignet, weil ziemlich schwer verständlich, ist es dennoch erleuchtend, auch wenn man nicht alles versteht. Seine Schreibweise ist häufig verkürzt und voraussetzungsvoll, aber es gibt Passagen, die durchaus einleuchtend...

Rationalisierte Praxis

Wenn sich ein neues Medium etabliert hat, setzt eine an der Praxis orientierte Reflexion ein; dabei werden schwerpunktmäßig nicht mehr Vergleiche mit anderen Medien angestellt, es tritt dagegen das betrachtete Einzelmedium und dessen spezifisches Merkmalen in den Mittelpunkt, beispielsweise die Montage bei Sergej Eisenstein. Diese medientheoretischen Ansätze der rationalisierten Praxis erheben nicht den Anspruch einer vollständigen Theorie des Mediums – sie sind ebenfalls vortheoretisch – und versuchen, relevante Teilbereiche zu systematisieren.

Beispiele:

Brechts so genannte Radiotheorie:

  • Bertolt Brecht: Radio – Eine vorsintflutliche Erfindung? In: Derselbe: Gesammelte Werke in 20 Bänden. Bd. 18, 133.-137. Tsd., Frankfurt a. M., S. 119-121
  • Bertolt Brecht: Vorschläge für den Intendanten des Rundfunks. In: Derselbe: Gesammelte Werke in 20 Bänden. Bd. 18, 133.-137. Tsd., Frankfurt a. M., S. 121-123
  • Bertolt Brecht: Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. In: Derselbe: Gesammelte Werke in 20 Bänden. Bd. 18, 133.-137. Tsd., Frankfurt a. M., S. 127-134
  • Bertolt Brecht: Über Verwertungen. In: Derselbe: Gesammelte Werke in 20 Bänden. Bd. 18, 133.-137. Tsd., Frankfurt a. M., S. 123-124
  • Sergej M. Eisenstein: Montage der Attraktionen. Zur Inszenierung von A. N. Ostrovskijs Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste in dem Moskauer Proletkult. In: Franz-Josef Albersmeier [Hrsg.]: Texte zur Theorie des Films. Stuttgart, S. 46-57 1990
  • Howard Rheingold: Tools for Thought. 1986
  • Howard Rheingold: Virtuelle Gemeinschaft: Soziale Beziehungen in dem Zeitalter des Computers. Bonn, Paris, Reading (Massachusetts) u.a. 1994
  • Sherry Turkle: Leben in dem Netz. Identität in Zeiten des Internet. Rheinbek bei Hamburg, 1998
  • Dziga Vertov: Schriften zu dem Film. Hrsg. von W. Beilenhoff. München, 1973
Buch-Tipp: Edward Bernays Propaganda. Die Kunst der Public Relations Klassiker über Public Relations Edward Bernays wusste es bereits 1928. Public Relations ist enorm wichtig, um Firmen und Organisationen in ein gutes Licht zu rücken. Image ist alles. Jetzt erschien die deutsche Übersetzung zu seinem Klassiker Propaganda" in dem Orange Press Verlag. Wenn der Leser nicht wüsste, dass das Buch in dem Original vor 80...

Einzelmedienontologien

Einzelmedienontologien versuchen, das Wesen eines neuen Mediums, das sich bereits etabliert hat, zu bestimmen. In dem Gegensatz zu anderen Ansätzen gehen sie dabei methodisch und systematisch vor; sie beschäftigen sich nicht mehr ca. mit Details des Mediencharakters, sondern streben Allgemeingültigkeit in Bezug auf das Einzelmedium an. Einzelmedienontologien sind ca. eingeschänkt auf andere Medien übertragbar.

Beispiele:

  • Rudolf Arnheim: Rundfunk als Hörkunst. München, Wien, 1979
  • Rudolf Arnheim: Film als Kunst. 11.-12. Tsd., Frankfurt a M., 1988
  • Béla Balázs : Der Geist des Films. Frankfurt a. M., 1972
  • Béla Balázs : Der Film. Werden und Wesen einer neuen Kunst. 4. Aufl., Wien, 1972
  • André Bazin : Was ist Kino? Bausteine zur Theorie des Films. Köln, 1979
  • Gilles Deleuze: Das Bewegungs-Bild. Kino 1. Frankfurt am Main, 1989
  • Gilles Deleuze: Das Zeit-Bild. Kino 2. Frankfurt am Main, 1991
  • Werner Faulstich: Radiotheorie. Eine Studie zu dem Hörspiel The war of the worlds (1938) von Orson Welles. Tübingen, 1981
  • Siegfried Krakauer : Theorie des Films. Die Errettung der äußeren Wirklichkeit. 2. Auflage, Frankfurt am Main, 1993.
Buch-Tipp: Für immer vielleicht Buch ist sehr gut formuliert Nachdem ich Ps. Ich liebe dich gelsen hatte musste ich mich erstmal dran gewöhnen das Für stets vielleicht einen anderen Schreibstil hat. Doch auch dieses Buch von Cecelia Ahern gefiel mir. Ich kann ca. jedem empfehlen sich diese Bücher der jungen Autorin zu kaufen.

Generelle (generalisierende) Medientheorien

Generelle beziehungsweise generalisierende Medientheorien werden entwickelt, um mehrere Medien theoretisch zu erfassen; sie werden in der Regel unter Rückgriff auf die Modelle und Methoden anderer Wissenschaftsdisziplinen wie der Kultur- oder Sozialwissenschaften entworfen. Sie ersetzten die Einzelmedienontologien nicht, sondern ergänzen diese.

Beispiele:

  • Walter Benjamin: Das Kunstwerk in dem Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Drei Studien zur Kunstsoziologie. 11. Aufl., Frankfurt a. M. 1979
  • John Dewey: Kunst als Erfahrung. Frankfurt a. M. 1988
  • Umberto Eco: Apokalytiker und Integrierte. Zur kritischen Kritik der Massenkultur. 9.-11. Tsd., Frankfurt a. M. 1989
  • Hans Magnus Enzensberger: Baukasten zu einer Theorie der Medien. In: Kursbuch 20, S. 159-186, 1980 - Enzensbergers so genannter Medienbaukasten
  • Max Horkheimer, Theodor W. Adorno: Kulturindustrie. In: dieselben: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. 56.-60. Tsd. Frankfurt a. M., S. 108-150
  • Niklas Luhmann: Die Realität der Massenmedien. 2., erw. Aufl. Opladen 1966
  • Klaus Merten , Siegfried J. Schmidt, Siegfried Weischenberg [Hrsg.]: Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft. Opladen 1994
  • Siegfried J. Schmidt: Kalte Faszination. Medien-Kultur – Wissenschaft in der Mediengesellschaft. Weilerswist, 2000
  • Matthias Vogel : Medien der Vernunft. Frankfurt a. M. 2001
Buch-Tipp: Himmel und Hölle, Sonderausgabe Sehnsucht und Katastrophen Wenn eine Erzählung aus einer Sammlung wie in dem Fall Der Bär kletterte über den Berg als Vorlage für einen Film dient, weist das zumeist daraufhin, dass die Geschichte so komplex und weit reichend ist, dass sie abendfüllend erscheint. Alice Munros Erzählungen splittern sich zwar in verschiedene Blickwinkel auf, sind...

Generelle (generalisierende) Medienontologien

Generelle beziehungsweise generalisierende Medienontologien versuchen, über die Aussagen der generellen (beziehungsweise generalisierenden) Medientheorien hinaus zu gehen und allgemeingültige Aussagen über das Wesen und die Struktur von Medien an sich zu machen und eine Universaltheorie zu schaffen; mit diesem Allgemeinheitsanspruch schließen sie eine Koexistenz mit der generellen Medientheorie aus, sie sind inkompatibel zueinander. Außerdem lösen sich generelle Medienontologien von benachbarten Wissenschaftsdisziplinen und stellen eigenständige medientheoretische Paradigmen auf.

  • Jean Baudrillard: Requiem für die Medien. In: Derselbe: Kool Killer oder der Aufstand der Zeichen. Berlin 1978; siehe auch Requiem für die Medien
  • Vilém Flusser: Lob der Oberflächlichkeit. Für eine Phänomenologie der Medien. Vilém Flusser Schriften Bd. 1. Stefan Bollmann und Edith Flusser (Hrsg), 2., durchgesehene Aufl. Mannheim 1995
  • Vilém Flusser: Kommunikologie. Schriften Bd. 4. Stefan Bollmann u. Edith Flusser (Hrsg.), Mannheim 1996; siehe auch Kommunikologie
  • Marshall McLuhan: Die magischen Kanäle. Understanding Media. Düsseldorf, Wien, New York, Moskau 1992
  • Marshall McLuhan: Die Gutenberg-Galaxis. Das Ende des Buchzeitalters. Bonn, Paris,Reading, Massachucetts u.a. 1995; siehe auch Gutenberg-Galaxis
  • Paul Virilio: Krieg und Kino. Logistik der Wahrnehmung. München, Wien. 1986
  • Paul Virilio: Der negative Horizont. Bewegung – Geschwindigkeit – Beschleunigung. München, Wien 1989
Buch-Tipp: Kursbuch Medienkultur. Die maßgeblichen Theorien von Brecht bis Baudrillard Gelungener Einstieg zu dem Bewusstwerden unsers Handelns Interessant wird in diesem Buch eröffnet, was in den Wirren des Alltags verborgen bleibt: so werden die Hintergründe und die Beeinflussung der Medien enthüllt, aber auch Theorien der großen Geisteswissenschaftler dargelegt und verständlich erläutert. Ein rundum gelungenes Buch sowohl für...

Intermedialitätstheorien: sekundäre Intermedialität

Die Ansätze der sekundären Intermedialität versuchen, Intermedialität zu verallgemeinern und eine generelle Medientheorie zu schaffen; sie bestimmen das Wesen von Medien aus der Interferenz der Medien zueinander. Sie bilden somit eine spezielle Variante der generellen Medienontologie.

  • Thomas Eicher , Ulf Bleckmann [Hrsg.]: Intermedialität. Vom Bild zu dem Text. Bielefeld 1994
  • Jürgen E. Müller : Intermedialität. 1996
  • Karl Prümm : Intermedialität und Multimedialität. Eine Skizze medienwissenschaftlicher Forschungsfelder. In: Rainer Bohn, Eggo Müller; Rainer Ruppert [Hrsg.]: Ansichten einer künftigen Medienwissenschaft. Berlin 1988
Buch-Tipp: P.S. Ich liebe Dich. Eine etwas andere Liebesgeschichte Ich finde das Buch sehr schön und mitfühlend. Ein Buch in den man weinen und auch lachen kann - so muss ein gutes Buch sein.

Siehe auch

Buch-Tipp: Vollidiot. Leichte Unterhaltung Wer auf der Suche nach leichter Unterhaltung ist und keine hohen Ansprüche an die Story stellt, der wird hier fündig.

Literatur

Textsammlungen:

  • Günter Helmes , Werner Köster : Texte zur Medientheorie. Ditzingen: Reclam, 2002. ISBN 3150182395

Übersichtsdarstellungen:

Lexika:

  • Helmut Schanze (mit Susanne Pütz): Metzler Lexikon Medientheorie, Medienwissenschaft: Ansätze - Personen - Grundbegriffe. Stuttgart [u.a.] : Metzler, 2002. ISBN 3476017613


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